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1677 waren in Augsburg bereits reingelbe und weiße Kanarien gezüchtet worden. Vor 1700 wurde in Bayern von einem grünen Hahn der erste braune Vogel (Mutation) gezüchtet. Ungefähr zur gleichen Zeit traten bei dem Amsterdamer Bürgermeister COERVER bei grünen Weibchen die Verdünnung der schwarzen Melanine, die er achat nannte, auf.
Die Kenntnisse der damaligen Kanarienfarben wurde von den deutschen Ärzten SCHROECKIUS (1677) und LENTILIUS (1702) und dem Franzosen HERVIEUX (1709) erstmalig beschrieben. Die deutsch-weißgrundigen Spielarten und die achat-Vögel starben jedoch für ungefähr 200 Jahre wieder aus, da man seinerzeit mangels Vererbungswissen die Mutationen nicht zu festigen wusste.
1734 wurden schon von Deutschland aus gehaubte Kanarien nach Holland ausgeführt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts soll ebenfalls der Lizard (Eidechs- oder geschuppter Kanarienvogel) durch Hugenotten von Frankreich nach England gebracht worden sein. Die englische Spielart, der London Fancy, soll aus dieser Rasse hervorgegangen sein, allerdings ist dieser schöne Vogel bis heute wieder ausgestorben. Zur Zeit versuchen englische Züchter, den London Fancy wieder zu erzüchten.
Erst um 1900 trat bei dem holländischen Züchter HELDER die verloren gegangene Melaninverdünnung achat wieder auf.
1908 entstanden durch eine Neumutation etwa gleichzeitig in Neuseeland, London und Paris die englisch-weißen Vögel neu. Während des ersten Weltkrieges traten in Deutschland beim Züchter BIEBRACK in Aschersleben und in Ostpreußen die verloren gegangenen deutsch-weißen Kanarien wieder auf.
1915 entdeckten zwei deutsche Mischlingszüchter BALSER in Fulda und DAHMS 1917 in Königsberg, dass die männlichen Mischlinge von Kapuzenzeisigmännchen und Kanarienweibchen zum Teil fruchtbar sind. Sie erzielten dann auch mit diesen Mischlingsvögeln die 2. Folgegeneration, kamen aber über diesen Zustand nicht hinaus, da die Weibchen auch in der F 2 - Generation unfruchtbar zu sein schienen. Erst als die ostpreußischen Mischlingsvögel an den Züchter MATERN verkauft wurden, gelang diesem durch vielfache Verpaarung der Mischlingshähne mit Kanarienweibchen eine der größten Ereignisse in der Kanarienzucht. Die Übertragung der feuerroten Fettfarbe des Kapuzenzeisigs auf den Kanarienvogel war gelungen. Außerdem bescherte die Einkreuzung des Kapuzenzeisigs quasi als Nebenprodukt noch die heute immer beliebter werdenden Mosaik-Kanarien, die die Maskenzeichnungen der Kapuzenzeisige tragen.
Drei Männer, DUNKER, CREMER und REICH, enträtselten Anfang des 20. Jahrhunderts dann gemeinsam in vielen Zuchtversuchen mit Kanarien und Wellensittichen viele Erbvorgänge, die - auf der Grundlage der Vererbungsregeln von MENDEL - bis heute Gültigkeit haben.
1930 brachte HENNIGER 18 Kanarienvogelfarben auf, die bis dahin üblichen langen Erbformeln wurden von ihm 1936 in zweckmäßige verständliche Kurzzeichen umgestellt und eingeführt.
1938 brachte er die erste OSWALDSCHE Farbnormtafel für gelbe und rote Kanarien heraus.
Die durch den zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogene Kanarienzucht blüte ab 1946 bis heute wieder richtig auf, so dass neben den zahlreichen Positurkanarienrassen stetig neue Farbschläge erzüchtet werden.
Tabellarische Übersicht der Nachkriegsentwicklung bei Farbkanarien
1949
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Erste opal-Kanarien beim Fürther Züchter Roßner
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1950
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Mutation ivoor in Holland
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1956
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Erste Melaninpastellen in Holland durch KOLLEN
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1964
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Bei CEUPPENS in Belgien treten die phaeos auf
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1966
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Durch Mutation entsteht satinet
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1968
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Durch Selektion bei den schwarzpastellen entsteht der Grauflügel
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1970
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Erste Schwarzvögel mit dunklen Hornteilen durch Superoxidation in Italien
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1970
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Optischer Blaufaktor in Italien
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1976
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Erste Mosaikhähne auf der Weltschau von italienischen Züchtern
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1976
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ASCHERI in Italien entdeckt topas
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1981
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VAN HAAFF in Holland züchtet erste eumos
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1986
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LIORENS in Spanien züchtet erste onyx
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Tabellarische Entwicklung der Positurkanarienrassen (exemplarisch)
1700
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Lizard
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1734
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Deutsch Haube
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1750
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Lancashire
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1750
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Crest
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1830
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Yorkshire
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1848
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Pariser Trompeter
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1880
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Südholländer
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1880
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Paduaner
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1880
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Berner
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1890
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Norwich
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1890
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Border
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1890
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Nordholländer
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1900
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Scotch
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1900
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Schweizer Frisé
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1920
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Münchener
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1925
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Gloster
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1936
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Raza Espanola
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1950
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Fife
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1950
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Gibber Italicus
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1950
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Japan Hoso
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1960
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Makige
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1980
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Giboso Espanol
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1980
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Fiorino
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1750
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Bossu Belge
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